Wissenschaft für die Praxis
Einige Faktoren, die die Wettkampfzuverlässigkeit von Spitzengewichthebern beeinflussen
Deutsche Zusammenfassung von Tyazhelaya Atletika. Ezhegodnik 1983 (Moskau: Fizkultura i Sport, 1983), S. 40–43: der Text ist eine Paraphrase, keine Übersetzung; Datentabellen sind vollständig mit deutschen Beschriftungen wiedergegeben.
In der Signatur des Beitrags ist der zweite Autor als „S. I. Zelikow“ gedruckt; das Inhaltsverzeichnis des Buches und sein Redaktionskollegium nennen „S. I. Lelikow“.
Ausgangspunkt
Die Arbeit knüpft an M. W. Starodubzew (1979) an, der die Anfangsgewichte zu den Trainingsgewichten in Beziehung setzte, sowie an W. S. Kopyssow, S. I. Lelikow und M. S. Gissin (1981), die nahezu maximale Trainingshebungen mit gelungenen Wettkampfversuchen verknüpften. Die Autoren schlagen vor, die Zuverlässigkeit allein aus den gelungenen nahezu maximalen Versuchen im Reißen und Stoßen während der letzten 4 Wochen (dem „Wettkampfmonat“) vorherzusagen.
Kennwerte
- Wettkampfzuverlässigkeit: der Anteil der gelungenen von den 6 offiziellen Versuchen in %. Möglich sind nur 0, 17, 33, 50, 67, 83 oder 100%.
- Trainingszuverlässigkeit: der Anteil der im Wettkampfmonat gelungenen nahezu maximalen Versuche in den klassischen Übungen in %. In der Stichprobe lagen 12–71 solcher Versuche vor, von denen 12–62 gelangen.
- Abstufungen (die Trennwerte im Training liegen jeweils in der Mitte zwischen den Wettkampfwerten):
- niedrig — 0–2 gelungene Versuche im Wettkampf bzw. ≤ 40% im Training;
- mittel — 3–4 gelungene Versuche bzw. 40–75%;
- hoch — 5–6 gelungene Versuche bzw. 75–100%.
Untersuchung 1: UdSSR-Auswahl bei den Welt- und Europameisterschaften 1981
Tabelle 1. Trainings- und Wettkampfzuverlässigkeit (%) der Mitglieder der UdSSR-Nationalmannschaft
| Nr. | Heber, Gewichtsklasse | Trainingszuverlässigkeit | Wettkampfzuverlässigkeit |
| 1 | K. Osmonalijew, 52 kg | 87 | 83 |
| 2 | N. Sacharow, 56 kg | 81 | 33 |
| 3 | Ju. Sarkisjan, 60 kg | 82 | 50 |
| 4 | A. Perwy, 75 kg* | 95 | 100 |
| 5 | Ju. Wardanjan, 82.5 kg | 86 | 100 |
| 6 | Ju. Sacharewitsch, 90 kg | 55 | 90** |
| 7 | W. Soz, 100 kg | 75 | 67 |
| 8 | W. Krawtschuk, 110 kg | 8** | 83 |
| 9 | W. Klokow, 110 kg | 100 | 83 |
| 10 | A. Pissarenko, über 110 kg | 69 | 67 |
| * Die Daten von A. Perwy beziehen sich auf seine Vorbereitung auf den Freundschaftspokal 1982. | |||
** In der digitalisierten Vorlage beschädigt. Im Artikeltext wird die Wettkampfzuverlässigkeit von Sacharewitsch mit 50% angegeben (90% ist bei sechs Versuchen kein möglicher Wert), die Trainingszuverlässigkeit von Krawtschuk mit 88%.
- Die beiden Abstufungen stimmten in 80% der Fälle überein:
- hoch–hoch: Osmonalijew, Perwy, Wardanjan, Krawtschuk, Klokow;
- mittel–mittel: Sacharewitsch, Soz, Pissarenko.
- Wardanjan gewann das Reißen mit seinem ersten Versuch über 170 kg. Seine beiden Fehlversuche mit 178 kg waren freiwillige Weltrekordversuche; den Rekord stellte er im vierten Versuch auf.
- Sacharow und Sarkisjan waren im Training hoch zuverlässig, im Wettkampf jedoch nur niedrig bzw. mittel. Sie hatten etwa 6 bzw. 4.5 kg abgenommen. Die Autoren führen dies sowohl auf den psychischen Zustand als auch auf die funktionellen Veränderungen und die Veränderungen der Körperzusammensetzung durch forciertes Gewichtmachen zurück.
Untersuchung 2: Gewichtmachen und Körperzusammensetzung
- Wettkampf: „Tag der Rekorde“, Trainingsbasis Podolsk, 9. März 1980. Es war der Ausscheidungswettkampf für das Olympiaaufgebot 1980, und es wurden dort 5 Weltrekorde aufgestellt.
- Probanden und Messzeitpunkte: 11 Heber, gemessen vor dem Gewichtmachen am 5. März und erneut unmittelbar nach dem Wiegen. In der Vorlage ist das erste Datum mit „1981“ gedruckt, offensichtlich ein Druckfehler.
- Kennwerte:
- Körpergewicht;
- absolute und relative Muskel- und Fettmasse;
- der Muskel-Fett-Index (MFI).
Tabelle 2. Korrelation zwischen Veränderungen der Körperzusammensetzung und der Wettkampfzuverlässigkeit
| Veränderung der Körperzusammensetzung | Wettkampfzuverlässigkeit | ||
| Reißen | Stoßen | Zweikampf | |
| Abnahme der absoluten Fettmasse, kg | –0.037 | –0.630 | –0.362 |
| Abnahme der relativen Fettmasse, % | –0.199 | –0.670 | –0.541 |
| Zunahme des Muskel-Fett-Index | +0.470 | +0.515 | +0.637 |
Schlussfolgerungen
- Der Fettverlust korrelierte negativ mit der Zuverlässigkeit im Stoßen (r = –0.630 und –0.670). Ein steigender MFI korrelierte positiv mit der Zuverlässigkeit im Zweikampf (+0.637). Entscheidend ist, Fett und nicht Gewicht als solches zu verlieren; ein mäßiger Fettverlust ist unbedenklich, solange die Muskelmasse erhalten bleibt.
- Der Unterschied zwischen Trainings- und Wettkampfgewicht sollte 3–4 kg nicht überschreiten. Bei stärkerem Gewichtmachen lässt sich ein günstiges Muskel-Fett-Verhältnis kaum halten.
- Die hohe Trainingszuverlässigkeit in den Wettkampf zu übertragen, ist der Schlüssel zur Steuerung der Vorbereitung.